Miene

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Miene (Deutsch)

Singular Plural
Nominativ die Miene die Mienen
Genitiv der Miene der Mienen
Dativ der Miene den Mienen
Akkusativ die Miene die Mienen
nachdenkliche Miene, Johnny Cash, 1969
neugierige, erwartungsvolle Miene eines Kleinkindes
Mienen, erzeugt durch elektrische Stimulation:
Mécanisme de la Physionomie Humaine, 1862

Worttrennung:

Mie·ne, Plural: Mie·nen

Aussprache:

IPA:
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Miene (Info), Lautsprecherbild Miene (Österreich) (Info)
Reime: -iːnə

Bedeutungen:

Gesichtszüge als situativer Wesens- beziehungsweise Gemütsausdruck
bewusst hervorhebend
(Plural) unbewusst einsetzend
äußere Erscheinung, mit besonderer Betonung des Gesichts
Miene machen, etwas zu tun: sich anschicken, etwas zu tun; erscheinen, (ganz) so aussehen, als ob, (gehoben) sich das Aussehen geben; (abwertend) es nötig haben, etwas zu tun
Miene machen: sich aufgebracht, erbost, unwillig gebärden

Herkunft:

im 17. Jahrhundert aus dem Französischen mine entlehnt, welches seinerseits im 15. Jahrhundert vermutlich dem Bretonischen min „Schnabel, Schnauze“ entnommen wurde[1]; anfänglich noch in französischer Schreibweise mine oder seltener in lateinisierter Form mina in der allgemeineren Bedeutung von „Gebärde“; ab Mitte des 17. Jhds. schon mit einem Dehnungs-ie bezeugt
französische Lehnübersetzung von faire mine „so tun, als ob“
französische Lehnübersetzung von faire la mine „seine Unzufriedenheit äußern“

Synonyme:

Gesichtsausdruck; (verzerrt) Fratze, Grimasse

Gegenwörter:

Gestik, Gestikulation

Oberbegriffe:

Ausdruck, Gesicht, Mimik, Physiognomie

Unterbegriffe:

Augenrollen, (umgangssprachlich) Flappe, (umgangssprachlich) Flunsch, Lachen, Lächeln, Stirnrunzeln, Zwinkern

Beispiele:

Ihre Miene war voller Abscheu.
„Mit ihrer heiteren unschuldigen Miene, ihrer Schüchternheit und ihrer Treuherzigkeit war sie imstande, die gewiegtesten Griechen zu übertölpeln.“[2]
In seinen Mienen malte sich Entsetzen.
„Sofort hellte sich seine Miene auf, und er grinste mich an.“[3]
„Des Jünglings Miene verriet nun doch beträchtlichen Schrecken.“[4]
„Dávilas Miene verriet Erstaunen, vielleicht sogar Verärgerung.“[5]
„Lachmanns Miene veränderte sich.“[6]
Die Demonstranten machten keine Miene sich zur Wehr zu setzen.
Er machte Miene als ginge es um ihn.

Redewendungen:

gute Miene zum bösen Spiel machen
Miene machen, etwas zu tun
keine Miene machen
keine Miene verziehen
ohne eine Miene zu verziehen

Charakteristische Wortkombinationen:

eine achtsame Miene, amtliche Miene, eine andächtige Miene, eine aufrichtige Miene, eine beherzte Miene, eine drohende Miene, düstere Miene, eine ehrerbietige Miene, eine ernste Miene, eine feierliche Miene, eine finstere Miene, eine freundliche Miene, eine frohe Miene, eine gleichgültige Miene, eine heitere Miene, eine höhnische Miene, eine kalte Miene, eine kritische Miene, eine nachdenkliche Miene, eine saure Miene, eine sorgenlose Miene, eine spöttische Miene, eine stolze Miene, eine strahlende Miene, eine strenge Miene, eine unbewegte Miene, eine verächtliche Miene, eine verschlossene Miene; eine Miene aufsetzen, eine Miene machen, eine Miene ziehen, jemandes Miene verdüstert sich, jemandes Miene hellt sich auf, jemandes Miene wirkt gespannt, jemandes Miene wirkt erstarrt
in Mienen spielen, in Mienen sprechen
keine Miene machen zu gehen, keine Miene machen, aufzubrechen, niemand macht eine Miene, zu antworten, niemand macht eine Miene, sich zu erheben

Wortbildungen:

Amtsmiene, Beamtenmiene, Biedermannsmiene, Duldermiene, Feldherrnmiene, Gönnermiene, Jammermiene, Kennermiene, (umgangssprachlich) Leichenbittermiene, Leidensmiene, Siegermiene, Trauermiene, Unschuldsmiene
mieneln
Mienenspiel, Mienensprache

Übersetzungen

Wikipedia-Artikel „Miene
Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Miene
Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Miene
Uni Leipzig: Wortschatz-PortalMiene

Quellen:

  1. vgl. Paul Robert: Le Nouveau Petit Robert. Dictionnaire alphabétique et analogique de la langue française ; texte remanié et amplifié sous la direction de Josette Rey-Debove et Alain Rey. Dictionnaires Le Robert, Paris 2007, ISBN 978-2-84902-133-0
  2. Giacomo Casanova: Geschichte meines Lebens, herausgegeben und eingeleitet von Erich Loos, Band VIII. Propyläen, Berlin 1985 (Neuausgabe) (übersetzt von Heinz von Sauter), Seite 204.
  3. John Goldsmith: Die Rückkehr zur Schatzinsel. vgs verlagsgesellschaft, Köln 1987, ISBN 3-8025-5046-3, Seite 149. Englisches Original „Return to Treasure Island“ 1985.
  4. Li Yü: Jou Pu Tuan (Andachtsmatten aus Fleisch). Ein erotischer Roman aus der Ming-Zeit. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1979 (übersetzt von Franz Kuhn), ISBN 3-596-22451-9, Seite 81. Chinesisches Original 1634.
  5. Manuel Vázquez Montalbán: Das Quartett. Wagenbach, Berlin 1998 (übersetzt von Theres Moser), ISBN 3-8031-3134-0, Seite 26. Spanisch 1988.
  6. Erich Maria Remarque: Das gelobte Land. Roman (Fragment). Kiepenheuer & Witsch, Köln 1998, ISBN 3-462-02695-X, Seite 313. Grundlage des Textes: Manuskript 1970.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Mime, Minne
Homophone: Mine
Anagramme: einem, meine